Die häufigsten Gründe gegen den Kauf von Fair Fashion und warum sie keine Gründe sind

Es ist kein Geheimnis: Die Bekleidungsindustrie ist sehr globalisiert und oftmals besucht ein einfaches Kleidungsstück viele Länder dieser Erde, bevor es in unserem Kleiderschrank landet. Dabei passiert es viele vom Arbeiten geprägte, müde Hände und kommt mit zahlreichen Zusatzstoffen und Chemikalien in Kontakt. Viele dieser Hände gehören jungen Frauen und Männern in Entwicklungsländern, die lange Schichten schieben, um ihre Familien zu ernähren. Dabei sind einige von ihnen auch immer wieder den teilweise gesundheitsgefährdenden Substanzen, die in der Produktion eingesetzt werden, ausgesetzt. Immer wieder finden auch diese Zusatzstoffe ihren Weg in die Natur rund um die Produktionsstätten. Es gibt viele zu bemängelnde Faktoren in der Bekleidungsindustrie im sozialen und ökologischen Bereich, die verschiedene Organisationen verbessern wollen.

Bereits 2015 führte Greenpeace eine Studie mit 502 Jugendlichen, im Alter von 12 bis 19 Jahren durch, bei der 96% angaben, von dem oft schlechten Umgang mit Arbeitskräften gehört zu haben. Außerdem waren 83% der Teilnehmer die Verwendung gefährlicher Chemikalien bewusst und 74% wussten, dass die Produktion von Bekleidung oftmals schwere Umweltschäden nach sich zieht. Trotzdem fördern Blicke in die Kleiderschränke von Freunden und Bekannten oftmals hauptsächlich Kleidungsstücke der großen Billigketten ans Licht. Wie kommt es zu so einem Gegensatz? Wir haben bei 339 Menschen im Alter von unter 20 bis über 50 Jahren nachgefragt und erklären warum die angegebenen Gründe eigentlich keine sind.

Grund 1, der eigentlich keiner ist:

„Ich kenne kaum Fair Fashion Labels“

Der am häufigsten angegebene Grund, ist am einfachsten zu wiederlegen. Klar, viele Modemarken, die faire und nachhaltig produzierte Kleidung anbieten, sind noch klein und haben daher auch nicht das nötige Budget, um mit Hilfe von groß angelegten Marketing-Kampagnen auf sich aufmerksam zu machen. Aber dafür gibt es uns und weitere Portale, die sich auf Fair Fashion oder einen allgemeinen nachhaltigen Lebensstil spezialisiert haben und in diesem Zusammenhang Fair Fashion Labels vorstellen. Da du gerade diesen Artikel liest, bist du bereits auf dem besten Weg in die Welt der nachhaltigen und fairen Mode einzutauchen. Schau dich mal um!

Grund 2, der eigentlich keiner ist:

„Es ist schneller und einfacher bei konventionellen Marken einzukaufen.“

Dieser Grund geht mit der geringeren Verbreitung der Fair Fashion Labels, im Gegensatz zu den konventionellen Marken, einher. In jeder etwas größeren Stadt gibt es H&M, Zara, Mango und Co., die es einfach machen, dort mal eben ein neues T-Shirt oder eine neue Jeans zu kaufen. Man geht kurz vorbei, zieht sich aus der Masse an beinahe gleich aussehenden Produkten, das Passende heraus, geht zur Kasse, bezahlt und schon ist man Besitzer eines neuen Kleidungsstücks. Hoch lebe die Schnelligkeit und Anonymität! Doch es lohnt sich ein oder zwei Abende in die Information über Alternativen zu konventioneller Mode zu investieren. Da Transparenz in der Fair Fashion Branche ein wichtiges Thema ist, kann man schnell auf den Homepages der Marken dieser Branche herausfinden, welche Materialien sie zur Produktion verwenden und wo und unter welchen Umständen sie produzieren lassen. Diese Informationen lassen das neue Kleidungsstück viel lebendiger erscheinen und verleihen ein gutes Gefühl, da man weiß, mit seinem neuen Lieblingsteil Mensch und Umwelt nicht geschadet zu haben. Auf der Homepage der Marke kann man seine Wahl auch gleich bestellen oder man erkundigt sich bei Onlinehändlern nach dem ausgewählten und weiteren Produkten. Gerade im Online-Bereich wächst die Zahl an Fair Fashion Vertretern deutlich. Auch bei uns wirst du fündig. Doch auch ein Besuch in stationären Fair Fashion Läden lohnt sich. Der Verein Femnet hat bereits für Bonn und Köln Fair Fashion Guides erstellt, die einen Überblick über die dort vertretenen Fair Fashion Einkaufsmöglichkeiten geben. Die Guides sind auf der Femnet-Homepage zum Download verfügbar. Außerdem kannst du auf unserem Portal nach deiner Stadt suchen und dir anzeigen lassen wo du dort fair und nachhaltig produzierte Mode erwerben kannst. So siehst du auf einen Blick, welchen Geschäften du mal einen Besuch abstatten solltest.

Grund 3, der eigentlich kein Grund ist:

„Die Preise sind zu hoch.“

Ja, die Preise für Fair Fashion sind höher, als die Preise für die Produkte der Billigketten. Aber sie sind nicht zu hoch. Mit den Preisen gehen neben besseren Produktionsbedingungen und weniger Umweltbelastungen auch eine höhere Qualität in Bezug auf die Materialauswahl und die Verarbeitung einher. Ein gut verarbeitetes Kleidungsstück aus hochwertigem Material hat eine wesentlich längere Lebenszeit als ein vergleichbares Kleidungsstück, bei dem weniger auf Qualität des Rohmaterials, einen genauen Zuschnitt und stabiles Nähgarn geachtet wird. Daher investiere lieber mit gutem Gewissen in ein etwas teureres Produkt, das lange hält, als viele billige Produkte zu kaufen, die nach 10 Wäschen schon löchrig sind. So viel höher sind die Preise auch gar nicht, da Fair Fashion Marken oftmals an anderen Stellen, wie zum Beispiel dem Marketing sparen, um relativ günstige Preise zu ermöglichen. Wem Fair Fashion dennoch zu teuer ist, kann es mal mit Secondhand-Kleidung versuchen. Sie wurde meistens nicht fair und nachhaltig produziert, durch den Kauf bereits getragener Kleidung, gibst du dieser jedoch ein neues Leben. Du rettest sie vor dem Müll und hast deinen Kleiderschrank ergänzt, ohne, dass dafür neue Ressourcen verwendet werden mussten.

Grund 4, der eigentlich kein Grund ist:

„Der Stil gefällt mir nicht.“

Dazu lässt sich nur sagen: Fair Fashion hat längst nichts mehr mit der Anmut von Kartoffelsäcken zu tun! Schaut euch bei uns, anderen Portalen oder Onlineshops um! Die Fair Fashion Branche wächst und mittlerweile gibt es für jede Größe und jeden Geschmack etwas Passendes. Jeder kann sich mit gutem Gewissen schick kleiden und seinen persönlichen Stil ausleben. Die Suche lohnt sich!

Wie du siehst, konnten wir jeden dieser häufig genannten Gründe, gegen den Kauf von Fair Fashion widerlegen. Es gibt nichts, was von einem bedachterem Modekonsum noch abhält. Natürlich muss man den eigenen Konsum auch ändern wollen. Einmal losgelegt, macht das Stöbern in der Fair Fashion Welt sehr viel Spaß und ermöglicht neue Perspektiven!


Ein Beitrag von: Nina Botzem

Bilder: Unsplash

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