Yoga und Streetwear nachhaltig kombiniert: Korkprodukte von Moyakora

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Was als Idee auf der Yogamatte begann, ist heute eine Marke für nachhaltige Korkprodukte: Moyakora fertigt clevere Streetwear Produkte, die dich in deinem Alltag und zu deinen Yoga- bzw. Sportstunden begleiten. Die Korkrucksäcke und Mattengurte sind vielfältig einsetzbar und untereinander kombinierbar.

Im Interview mit Gründerin Viktoria erfährst du, welche Eigenschaften die Korkprodukte noch mitbringen und was sie zu einer nachhaltigen Alternative macht.

Nachhaltige-Mode.de: Viktoria, du hast Moyakora ins Leben gerufen. Welches Anliegen verfolgst du damit und was bedeutet der Name?

VIKTORIA: Alternativen schaffen und das Bewusstsein für Wertigkeit schärfen gehören zu meinen Zielen. Daher habe ich mich dazu entschieden den Fokus auf Produkte zu legen, die langlebig, robust, vielseitig einsetzbar und freudebringend sind. Bei Moyakora werden urbane Stilelemente aufgegriffen und mit nachhaltigen Aspekten versehen, um ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Stadt und Natur zu schaffen. Wir kombinieren Streetwear Produkte mit Yoga Artikeln. Der modulare Einsatz ermöglicht dir, die Moyakora Rucksäcke, Gurte und Hipbags deinen Bedürfnissen anzupassen und bei Bedarf zu deiner Yogapraxis mitzunehmen. Der Verzicht auf unnötigen Schnickschnack lässt die Produkte puristisch wirken und hat den Vorteil Ressourcen zu schonen, ohne auf wichtige Elemente, wie Innentaschen, zu verzichten.

Moyakora ist russisch [моя Кора] und bedeutet ‚meine Rinde‘. Das kleine Symbol über dem Schriftzug zeigt eine Rinde im Querschnitt. Der Ursprung ist die Rinde der Korkeiche, das Ergebnis dein Moyakora Lieblingsstück.

Bild: Moyakora

Yoga- und allgemein Fitness-Liebhaber*innen werden bei dir fündig. Machst du selbst Yoga oder wie kamst du zu den Produktideen?

Ja, ich mache seit ca. fünf Jahren aktiv Yoga. Angefangen hat alles in meinem damaligen Fitnessstudio in Düsseldorf. Da ich gerne Sport in Gruppen mache, habe ich mich dort durch alle Kurse durchprobiert und habe ganz schnell gemerkt, dass Yoga perfekt für mich ist. Ich hatte drei grundverschiedene Yogalehrer*innen, die mich alle auf ihre eigene Art beeindruckt haben und mir gezeigt haben, dass Yoga mit viel zu vielen Vorurteilen zu kämpfen hat. Für mich habe ich schnell erkannt, dass man im Alltag sehr häufig und instinktiv Yogabewegungen macht, um den Körper zu entlasten. Ich erinnere mich gut, wie ich als Kind ständig die Brücke oder die Kerze gemacht habe, ohne mir über die gesundheitlichen Vorteile dieser Bewegungen bewusst zu sein.

Und natürlich ist die Idee für Moyakora auf einer Yogamatte entstanden. Da ich immer mit dem Fahrrad zu den Stunden gefahren bin, habe ich immer nach einer Tragemöglichkeit für meine Matte und Co. gesucht, die wasserabweisend, leicht und optisch attraktiv war. Zum Glück wurde ich nicht fündig und habe beschlossen mir einen großen Traum zu erfüllen und eine eigene Marke auf die Beine zu stellen.

Die Ideen kamen peu a peu. Es hat über 1,5 Jahre Entwicklungszeit benötigt, bis ich mit Moyakora an den Start gegangen bin. Die Materialsuche hat mich sehr lange beschäftigt, wohingegen die Designentwicklung sehr schnell ging, da ich keine Vorabskizzen mache, sondern alle Ideen sofort in Schnitte umsetze. Mein Studium in der textilen Produktentwicklung hat mich dahingehend viel lehren können.

Zum Moyakora Sortiment zählt zum Beispiel der „Bündel“ in drei unterschiedlichen Farben. Wofür ist der nachhaltige Rucksack mit seiner außergewöhnlichen Form besonders gut geeignet und welche funktionellen Eigenschaften bringt er mit?

Die Form ist tatsächlich nur per Zufall entstanden. Eigentlich sollte der Bündel gar kein Rucksack werden, sondern eine Umhängetasche. Aber nachdem ich mich über ein Jahr lang mit Korkbäumen beschäftigt habe, mussten die ersten Produkte ja zwangsläufig runde bis halbrunde Formen annehmen. So zieht sich die Optik der Produkte durch die gesamte Linie und imitiert Baumstämme, das Herz der Marke.

Bevor ich Produkte rausbringe, teste ich sie auf ihre Alltagstauglichkeit. Schnell wurde aus der Umhängetasche ein Rucksack, welcher sich besser für unterschiedliche Gelegenheiten eignet und eher als unisex Tasche von Männern angenommen wird. Während dieser Testphase haben wir entdeckt, dass sich die Kombination aus eckigem Boden und rundem Deckel gut der Anatomie des Rückens anpasst. Der Einsatz des Bündels ist hierbei gewollt vielfältig, um so viel Nutzen wie möglich aus einem Produkt rausholen zu können. Der Bündel kann nicht nur als Alltagsrucksack, sondern auch als Sport- bzw. Yogarucksack genutzt werden. Durch den modularen Einsatz mit dem Mattengurt „Remeshok mini“ kann man im Handumdrehen eine Yogamatte an den Boden des Bündels befestigen. Auf die Art hat man auf dem Weg zur Yogastunde beide Hände frei und alle wichtigen Dinge von Handy, Brieftasche bis hin zu Wechselkleidung und Trinkflasche sicher verpackt dabei.

Da Kork ein sehr geringes Gewicht aufweist, sind die Moyakora Produkte federleicht und erzeugen so wenig zusätzlichen Ballast für die Schultern wie möglich. Ein sehr wertvoller Zusatz, den wir in Hamburg erproben durften, ist, dass Kork wasserbeständig ist. Ein normaler Regenschauer macht dem Kork nichts aus, da er von Natur aus weitestgehend wasserabweisend ist.

Bild: Moyakora

Außerdem vertreten bei Moyakora und perfekt für die Yoga-Stunde: Mattengurte aus Kork in verschiedenen Größen. Was zeichnet sie aus und wofür sind die Gurte verwendbar?

Die Mattengurte sind alle zu 100% aus Korkstoff. Da praktisch drei Lagen aufeinander genäht werden, ist die Dicke der Gurte genau richtig, um nicht in die Haut einzuschneiden und trotzdem mit ca. 80g kaum etwas wiegen. Die Gurte sind für alle Mattenstärken, Längen und jedes Gewicht geeignet. Durch die einfache Schlaufenfunktion einfach den Gurt um die Matte schlingen und los geht’s. Man kann die Gurte auch in der Größe verstellen und jeder Körpergröße anpassen. Durch die hohe Reißfestigkeit des Korks halten die Gurte auch schwere Matten gut aus und bleiben in ihrer Form stabil.

Die Kollektion ist so konzipiert, dass die Remeshok mit den anderen Produkten kombinierbar sind. So kann man einen Remeshok mini mit dem Bündel kombinieren und den Remeshok maxi ergänzt man mit dem Buckel. Durch dieses modulare System vereinen wir Streetwear Produkte mit Yoga und lassen Raum für verschiedenste Einsatzmöglichkeiten.

Kleiner Tipp: du kannst die Gurte auch für deine Picknickdecke oder eine Strandmatte nutzen.

Für deine nachhaltigen Produkte verwendest du hauptsächlich Kork. Was macht dieses Material deiner Meinung nach zur umweltfreundlichen Wahl? Und was hat es mit den Abkürzungen 70% PES 30% CO auf sich?

Kork ist für mich eine wichtige und unverzichtbare Ressource, die uns die Natur zur Verfügung stellt. Kork ist ein nachwachsender Rohstoff, welcher nur unter strengen Auflagen und zeitlich eingeschränkt geerntet werden darf. Denn Kork wird von der Rinde der Korkeiche gewonnen. Nur ca. alle neun Jahre darf eine Korkeiche geschält werden. Denn so lange braucht der Baum, um eine neue Rinde zu bilden. Unser Kork kommt aus Portugal, einem Land mit stolzer Kork-Tradition. Das macht Korkstoff im Vergleich zu anderen textilen Produkte teurer, da man die Facharbeiter*innen für ihre harte Arbeit schätzt und dementsprechend bezahlt.

Es gibt viele Gründe Kork als (textilen) Werkstoff in die engere Wahl zu nehmen. Dazu gehört, dass er robust, leicht, antimikrobiell, pflegeleicht, wasserabweisend, weich und vegan ist. Korkeichenwälder sind zudem wichtig für unser Klima, da sie CO2 speichern und vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause schenken. Ein mir persönlich wichtiger Vorteil bei der Korkernte ist, dass der Baum hierfür nicht gefällt wird, sondern nach der Schälung viele weitere Jahre weiterleben kann.

Die Abkürzungen PES und CO sind Kürzel für textile Fasern und stehen für Polyester und Baumwolle. Zur Herstellung von Korkstoff wird der Kork nach der Ernte und einigen, ebenfalls aufwendigen, Zwischenschritten, vereinfacht gesagt in feine Scheiben geschnitten und auf ein textiles Trägermaterial aufgetragen. Bei uns handelt es sich bei dem Trägermaterial um einen Polyester-Baumwoll-Mix. Um nicht zu verwirren und auch hier so transparent wie möglich zu arbeiten, gebe ich hier die Zusammensetzung des textilen Untergrundes mit an.

Bleiben wir beim Thema Nachhaltigkeit. Wie handelst du bei Moyakora neben der Auswahl der Materialien im Sinne der Nachhaltigkeit? Was würdest du gerne noch besser machen?

Um da an die voran gegangene Frage anzuknüpfen, wäre mir auf langfristiger Sicht wichtig, dass auch das Trägermaterial aus natürlichen Stoffen wie 100% Baumwolle oder recycelten Kunstfasern besteht.

Wenn man Moyakora in Schubladen stecken wollte, wäre ‚Slowfashion‘ ein guter Begriff. Alle Gurte, Rucksäcke und Taschen werden in Handarbeit und in Kleinstauflage hergestellt und werden nicht in Serienfertigung für den großen Markt vorbereitet. Ein kleines Beispiel hierfür ist, dass ich mich gegen fertig hergestellte Paspeln entschieden habe, da sie eine Polyester Kordel enthalten. Daher fertige ich die Paspeln eigens an und verwende hierfür Kordeln aus Sisal. Auf der Suche nach recycelten Reißverschlüssen habe ich 2018 sehr häufig den Satz „recycelte Reißverschlüsse führen wir nicht, da sie nicht nachgefragt werden“ gehört. Ich bin froh, dass diese Aussage 2021 zur Vergangenheit angehört.

Moyakora ist unisex, saisonunabhängig und modular. Es werden somit keine Einschränkungen gemacht für den Gebrauch der Produkte. Auf diese Weise hoffe ich, dass die Gurte und Taschen von so vielen Menschen wie möglich und zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Dieser Mehrzwecknutzen ist ein wichtiger Aspekt für nachhaltige Mode. Zudem versuche ich alle Schritte der Produktion so effizient wie möglich zu gestalten. Das fängt schon beim Zuschnitt an. Hier achte ich penibel darauf, so wenig Verschnitt wie möglich zu erzeugen und bewahre jedes noch so kleine Reststück für weitere Zwecke auf. Alle Maschinen, die im Atelier betrieben werden, laufen mit Ökostrom. Das Füllmaterial für die Versandverpackungen wird von anderen Unternehmen oder aus eigenen Bestellungen gesammelt und weiterverwendet. Die Hangtags an den Produkten, das Seidenpapier zum Einwickeln der Produkte sowie die beigelegten Danke-Karten bestehen aus recyceltem Papier. Das verwendete Klebeband ist aus Papier & Naturkautschuk und unsere Sticker bestehen aus biologisch abbaubarer Haftfolie.

Demnächst möchte ich Kissen in unser Sortiment aufnehmen, die mit klein geschnittenen Reststoffen der eigenen Produktion sowie von befreundeten Unternehmen gefüllt werden. Auf diese Weise kann ich aus dem erzeugten ‚Müll‘ noch etwas Schönes machen.

Aber ich weiß, dass noch Luft nach oben ist und noch nicht alles so ist, wie ich es mir wünschen würde. Ich bin jedoch immer offen für Veränderung und Verbesserung und arbeite immer daran Prozesse und Produkte zu optimieren.

Wie und wo entstehen die Moyakora Rucksäcke, Taschen und Mattengurte?

Die Herstellung der Rucksäcke, Hipbags und Gurte erfolgt in Grevenbroich, das liegt in NRW. Den Kork z.B. beziehe ich aus Portugal und fertige im Anschluss die Taschen in Handarbeit in meinem eigenen Atelier. Vom Design über den Schnitten bis hin zum Versand läuft aktuell alles hier ab.

Vielen Dank für das Interview, liebe Viktoria!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an Moyakora stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare – wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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