INTERVIEW | “Take it slow” oder “hakuna matata”. Das steht auf den Unisex Klamotten von slowli, mit denen jede*r gut aussieht und gleichzeitig Gutes für die Umwelt tut.

Laut dem Umwelt Bundesamt wird bisher nur 1% der gesamten Baumwollproduktion nach überprüfbaren Richtlinien des ökologischen Landbaus angebaut. Biologisch angebaute Baumwolle ist also eher ein seltener Fall in der Textilindustrie. Das muss und sollte sich jedoch schleunigst ändern! Bei der Produktion von herkömmlicher Baumwolle werden Pestizide und Düngemittel in großen Mengen eingesetzt. Diese gefährden unsere Gesundheit und die Natur.

Modelabels wie slowli kämpfen genau gegen dieses Problem an. Die Unisex Klamotten von slowli sind nicht nur nachhaltig und fair produziert, mit jedem Kauf spendet das junge Unternehmen zudem einen fixen Beitrag an Umwelt- und Tierschutzorganisationen. Wie es zu dieser Idee und der Gründung von slowli kam, erfährst du in unserem Interview mit den zwei Weltverbesserern, die hinter der Marke stecken: Sarah Poschag und Jan Briese.

Nachhaltige-Mode.de: Sarah, nachhaltig shoppen mit gutem Gewissen. Wie sieht das für dich aus?

Sarah: In einer Welt, in der es immer wichtiger wird, seinen eigenen Konsum zu überdenken und Ressourcen zu schonen, wollen wir unseren Beitrag zu einer grüneren Welt leisten.  

Dafür haben wir slowli ins Leben gerufen. Wir bieten auf slowli.de nachhaltige Modestücke an, die zeitlos sind und für jedermann/jederfrau leistbar. Das sollte uns aber nicht genügen. Deshalb haben wir noch einen zusätzlichen Faktor mit eingebracht – das Spenden. Bei uns ist bereits in jedem Produktpreis ein fixer Anteil für eine Spende an eine Organisation aus Tier- oder Umweltschutz integriert. Darüber hinaus können unsere lieben Kund*innen, wenn sie mögen, mehr für ihren Einkauf zahlen. Dieser Mehranteil wird dann zu 100% gespendet. Das Beste daran ist, dass Kund*innen eine Empfehlung für eine von fünf Organisationen abgeben können, an welche wir den fixen Anteil sowie den zusätzlichen Anteil spenden sollen. 

Für mich bedeutet also nachhaltig shoppen mit gutem Gewissen nicht nur den Konsum auf nachhaltige Produkte umzulenken, sondern sich wirklich Gedanken zu machen, ob man ein Produkt wirklich benötigt oder haben mag. Klar, jede*r von uns kennt das. Man sieht ein tolles Produkt und hat sich schockverliebt. Man soll nun nicht gleich auf alles verzichten müssen, aber eben bewusster konsumieren und sich einfach mehr Gedanken über die eigene Kaufentscheidung machen. Wenn ich mich dann für ein nachhaltiges Produkt entschieden habe und ich noch etwas Gutes für diejenigen tue, die sich bereits für eine grünere Welt einsetzen, dann spiegelt das für mich ein Shoppingerlebnis mit gutem Gewissen wider. Und genau das ist slowli.

Jan, für was steht slowli und ihr mit eurer Marke für nachhaltige Mode?

Jan: slowli steht für slow living. Und dafür stehen auch wir. Was wir damit meinen? Wir wollen einen Anreiz für mehr Nachhaltigkeit im Alltag und einen bewussteren Konsum bringen. Privat, aber auch beruflich setzen wir uns mit einer nachhaltigen Lebensweise schon eine ganz Weile auseinander. Wir sind uns bewusst, dass es ein Umdenken in der Gesellschaft geben muss. Mit slowli wollen wir daran mitwirken und einen Beitrag zu einer grüneren Welt leisten. Dieses nicht nur über unser Angebot von nachhaltiger Mode und das Sammeln von Spenden für Organisationen aus Tier- und Umweltschutz, sondern auch über unser Magazin. Hier beleuchten wir immer wieder spannende und auch teilweise erschreckende Themen aus dem Bereich Nachhaltigkeit in der Modeindustrie und im Alltag.

Was hat euch zur Gründung eines nachhaltigen Modelabels motiviert?

Jan: Bekräftigt slowli zu gründen hat uns die Intention genau die Modeindustrie, als einer der dreckigsten Branchen der Welt, als Hebel für unseren Beitrag zu einer grüneren und nachhaltigeren Gesellschaft zu nutzen. Unser Ziel ist es, über den Verkauf von nachhaltigen und minimalistischen Kleidungsstücken möglichst viele Spenden für den Umwelt- und Tierschutz zu sammeln und ein Umdenken in der Gesellschaft zu schaffen. Konsum muss bewusster geschehen. Wir haben alle zusammen die Aufgabe unsere Welt so wundervoll zu erhalten, wie sie ist. Daher ist unser größter Anreiz für die Gründung von slowli, den Konsum nachhaltig zu beeinflussen.

Mit jedem Kauf können eure Kund*innen mit slowli Geld an eine Organisation der Wahl spenden. Wie funktioniert das konkret?

Sarah: Bei der Auswahl der Variante, wie beispielsweise die Größe eines Produktes können Kunden*innen eine Empfehlung abgeben, für welche Organisation wir den fixen Spendenanteil des Produktes spenden sollen. Dabei treffen sie einfach eine Auswahl aus dem Dropdown. Zusätzlich haben wir ein reines Spendenprodukt. Wählt ein Kunde/eine Kundin dieses, kann er/sie einen Betrag für die Spende wählen und eine Wunschorganisation angeben. Wir spenden dann diesen Anteil zu 100% an die ausgewählte Organisation. So ist es auch jedem Kunden/jeder Kundin frei zu entscheiden, ob alle fixen Spendenanteile der gewählten Produkte an dieselbe Organisation gehen oder an verschiedene Organisationen. Genauso kann der fixe Spendenanteil eines Produktes an eine bestimmte Organisation gehen und eine freiwillige Spende an eine andere Organisation.

Welche Organisationen unterstützt ihr damit und warum habt ihr euch für diese entschieden?

Sarah: Bisher unterstützen wir Grow My Tree, Animalfree, Tierart, Robin Wood und Born Free. Wir haben uns bewusst nicht für die größten Organisationen entschieden und wollen damit kleinere tolle Initiatoren unterstützen, die bereits etwas Wunderbares für unsere Umwelt und Tiere tun. Da wir natürlich gerade am Anfang nicht alle Organisationen aufnehmen können, die wir gerne aufnehmen würden, mussten wir uns schweren Herzens entscheiden. Die Wahl ist auf die oben genannten fünf Organisationen gefallen, da wir uns viel mit den verschiedenen Projekten und auch mit der Struktur innerhalb der Organisationen beschäftigt haben. Wir waren total begeistert von der großartigen Arbeit, die sie leisten. Dazu kam dann noch eine Portion Baugefühl – und so haben wir uns für die gewählten Organisationen entschieden.

Zudem wollten wir den Kunden*innen, durch die gewählten Organisationen einen guten Mix aus Tier- und Umweltschutz und auch eine Mischung innerhalb der zwei Bereiche bieten. So haben wir für das Thema Tierschutz Animalfree, die sich aktiv gegen Tierversuche einsetzen, Tierart, die sich der Rettung von Wildtieren verschreiben haben, und Born Free, die sich gehen den Handel mit Wildtieren einsetzen. Beim Umweltschutz haben wir Robin Wood, die sich mit dem Schutz der Wälder auseinandersetzen und Grow My Tree, bei denen die Kund*innen aktiv an der Aufforstung von Wäldern beteiligt sind.

Eure Unisex Klamotten und Accessoires sind vegan, fair und bio. Woher bezieht slowli die Rohstoffe?

Jan: Wir beziehen unsere Bio-Baumwoll-Kleidungsstücke alle von einem GOTS, PETAApproved Vegan und FAIR WEAR FOUNDATION zertifizierten Lieferant*innen. Die verwendete Bio-Baumwolle ist 100% GOTS zertifiziert. Hat ein Kleidungsstück einen Anteil an Polyester, wie beispielsweise unsere Hoodies und Pullover (15%), so handelt es sich ausschließlich um recyceltes Polyester. Wir veredeln alle unsere Kleidungsstücke per Ökosiebdruck liebevoll in Handarbeit. Hierzu verwenden wir ausschließlich Farben auf Wasserbasis. 

Die Accessoires in unserem Shop, wie Pouches, Card Holder oder Rucksäcke, sind von dem Fair Fashion Label wetheknot aus Portugal. Sie bestehen zu 100% aus veganem Leder und werden in Handarbeit gefertigt.

Das neue Jahr 2021 hat erst begonnen, was sind eure Vorsätze für dieses Jahr?

Sarah: Unsere Vision ist es Textilkreisläufe zu schließen. Dafür wollen wir langfristig weniger neue Mode anbieten, sondern mehr auf bereits genutzte Ressourcen zurückgreifen. Entweder über Upcycling oder eine Kollektion mit recycelten Ressourcen. Ob wir hier aber schon am Ende des Jahres ankommen, bleibt spannend. Wir arbeiten jedoch mit vollem Einsatz und Fleiß an unserem Ziel und hoffen, dass wir schon bald Neuigkeiten zu berichten haben.

Noch eine letzte Frage zum Abschluss: Was ist euer Lieblingsstück von slowli? 

Sarah: Mein absolutes Lieblingsstück ist der wanderlust Hoodie. Er ist unglaublich gemütlich, ich liebe den Braunton und mit ihm trage ich mein Statement auf dem Herzen <3.

Jan: Ich habe zwar kein absolutes Lieblingsstück, jedoch einen absoluten Lieblingsprint. Das ist und bleibt Ferdinaaand Fahrrad. Es ist durch die Inspiration meines Single Speeds entstanden und steht für mich immer für die Freiheit, die ich erfahre, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin. Selbst die zwei unterschiedlichen Pedale, in grün und lila, die mein Rad auch in natura hat, haben wir in dem Print verewigt. Ich bin immer wieder hin und weg, wenn ich es sehe.

Vielen Dank für das Interview, Sarah und Jan!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an slowli stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare – wir freuen uns auf den Austausch mit dir!


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