INTERVIEW | Ob in der Gastronomie oder beim Kundenservice, Arbeitskleidung in Form von T-Shirts, Hoodies und auch Küchenschürzen ist hier gefragt. Warum nicht auch aus nachhaltiger Produktion für dein Unternehmen?

Fair Fashion am Arbeitsplatz, dafür steht das junge Fashion Unternehmen ShirtWaiter. Gründer Christoph Schulze zeigt außerdem Liebe der Umwelt und seinen Mitmenschen gegenüber, besonders zu aktuellen Krisenzeiten. Mehr über Teamwear, Mitarbeiteridentifikation und dazu erzählt er uns hier.

Nachhaltige-Mode.de: Shirt Waiter ist für nachhaltige Mitarbeiterbekleidung bekannt. Bitte stelle uns doch einmal kurz das Unternehmen vor!

CHRISTOPH SCHULZE: Der Name Shirt Waiter entstand im Jahre 2018, als ich noch nebenberuflich als Kellner in einem bekannten Steakhaus angestellt war und nebenher Bekleidung aus herkömmlicher Baumwolle verkaufte. Genauso unnachhaltig, wie es sich anhört, war es leider auch.
Im selben Jahr hat mich dann eine Freundin mit in den Greenshowroom (heißt heute Neonyt) mitgenommen, was mich ziemlich sprachlos gemacht hat.
Dass es so viel Leid in der Textilindustrie gab, war mir davor nicht bewusst, motivierte mich aber dazu, nach und nach mit Fair Fashion auseinanderzusetzen.
Seit 2019 verfolge ich mein Herzensprojekt (nun nicht mehr als Kellner) mit meiner Freundin und einem Designer, wobei unser Hauptaugenmerk auf Startups und digitale Unternehmen liegt.

Woraus besteht euer Sortiment?

Unser Sortiment besteht unter anderm neben T-Shirts, Sweatshirts und Hoodies auch aus Tote Bags, Küchen- und Kellnerschürzen oder Baby Stramplern – alles aus Biobaumwolle oder recyceltem Polyester.
Wir legen dabei großen Wert auf Zertifikate, wie den Global Organic Textile Standard, das “peta approved” Zeichen und, dass unsere Bekleidungsmarken Mitglied in der Fair Wear Foundation sind.
Des Weiteren bieten wir T-Shirts aus Modal (Buchenholz), Tencel (Eukalyptus) und aus Baumbusviskose. Diese umweltfreundlich in einem chemischen Verfahren hergestellten Textilien sind besonders weich, strapazierfähig und atmungsaktiv, weshalb sie auch oft in Unterwäsche oder Bettwäsche eingesetzt werden.

Welche Materialien werden für euer „Bio Merch“ verwendet?

In unserer Bio Merch Kategorie sind Premium T-Shirts aus 100% Biobaumwolle und Premium Hoodies aus 85% Bio-Baumwole und 15% recyceltem Polyester aus Plastikflaschen zu finden.
Mit der Biomerch Kategorie werden unsere Partnerunternehmen bei jedem Verkauf unterstützt, wobei die Gewinne immer partnerschaftlich geteilt werden.
Besonders gefreut hat uns, die T-Shirts für die Mobile Hilfe Madagaskar machen zu dürfen, dessen Gründerin, Tanja Hock, 2018 mit der goldenen Bild der Frau für ihre Arbeit ausgezeichnet wurde. Die gelernte Hebamme konnte innerhalb von 10 Jahren auf der Insel neben der Geburtenhilfe, einem Zahnarztmobil, Ultraleichtflugzeugauch letztlich ein großes Krankenhaus aufbauen.

Worum genau handelt es sich bei eurer Corona-Hilfsaktion?

Mit der Startnext Corona Hilfsaktion werden Kreative, Künstler und Gründer unterstützt, für die der Staat kein passendes Rettungspaket anbietet. 

Deshalb der Weg über die Crowdfunding Plattform, der wir 40% der Gewinne unserer “Social Distancing Shirts” spenden.

Welche Portale nutzt ihr für die Präsentation der Marke nach außen?

Unser Hauptabsatzweg ist derzeit über Linked In und war früher auf Instagram.

Gerade auf Linked In ist es möglich, auf kurzen Wegen mit Entscheidern zu sprechen bzw. zu schreiben und regelmäßig wissenswerte Beiträge zu teilen.

Unsere neue Homepage www.shirtwaiter.de wird es interessierten Unternehmen, ab in ca. drei Wochen, ermöglichen, sich durch einen kostenlosen Probedruck von unserer Qualität zu überzeugen,bevor das Team damit eingekleidet wird.

ShirtWaiter ist deutschlandweit vertreten? Gibt es auch Pläne, ins Ausland zu expandieren?

Wir statten Unternehmen derzeit abgesehen von Deutschland in der Schweiz, Dänemark, Österreich, Schweden und Holland aus, wobei in nächster Zeit immer mehr Länder hinzukommen sollen.

Was hält die Zukunft für ShirtWaiter bereit?

Falls die Corona-Krise wirklich überstanden sein sollte, sehen wir einer positiven Zukunft entgegen, in der wir so viele Unternehmen wie möglich von den  positiven Seiten der nachhaltig und menschenwürdig produzierten Kleidung überzeugen möchten.
Dadurch können wir zumindest einen kleinen Teil gegen Zwangs- oder Kinderarbeit und die anderen Schattenseiten der Textilindustrie beitragen.
Wir arbeiten nach und nach daran, unser Sortiment auszuweiten.
So soll auf längere Zeit mehr und mehr Kleidung, wie z.B. Socken oder Schuhe, ins Portfolio aufgenommen werden.
Hierbei interessieren uns auch andere natürlich gewonnenen Materialien, wie Kork oder bspw. Ananas.


Ein Beitrag von: Marlit Kumpf
Bilder: Unsplash

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